Institut Mensch, Technik und Teilhabe


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News rund um das IMTT

Entwicklung von innovativer Technik für die informelle Pflege

Das IMTT ist beteiligt an einem interdisziplinären BMBF Begleitprojekt


Rund 80 Prozent der derzeit 4,1 Millionen Menschen mit Pflegebedarf in Deutschland werden in ihrem häuslichen Umfeld versorgt. Die Hauptlast dieser Versorgung tragen An- und Zugehörige sowie andere informelle Pflegepersonen. Gemeinsam mit professionellen Pflegediensten und weiteren Unterstützungsangeboten bilden sie sogenannte Sorgegemeinschaften. Zur Entlastung dieser Gruppen wird zunehmend darüber diskutiert, wie digitale Mittel eine Unterstützung bei der Pflege bieten können. Jedoch entfalten soziotechnische Innovationen nur dann einen tatsächlichen Mehrwert, wenn sie sowohl den vielfältigen Bedürfnislagen der informell Pflegenden und Sorgegemeinschaften als auch den spezifischen Rahmenbedingungen informeller Pflegesettings gerecht werden – eine Herausforderung, welche insbesondere die frühzeitige Einbindung von informell Pflegenden und Sorgegemeinschaften in die Entwicklung von technologischen Ansätzen erfordert.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte, multizentrische Projekt „Partizipation und Co-Creation für innovative Technologien für informell Pflegende und Sorgegemeinschaften“ (PiTiPS), verknüpft daher Expertise aus Forschung und Praxis mit der Perspektive von Vertreter:innen informell Pflegender. Ziel ist es, die Diversität informeller Pflege systematisch in Forschungs- und Gestaltungsprozesse zu integrieren. Das PiTiPS-Projekt begleitet im Rahmen der vierjährigen Projektlaufzeit (2022 -2026) verschiedene Verbundprojekte aus dem Forschungskontext informeller Pflege. Neben der Universität zu Lübeck als Projektkoordinator unter Beteiligung der beiden Institute für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS) und für Sozialmedizin und Epidemiologie (ISE), wird das Projekt gemeinsam mit dem Institut Mensch, Technik und Teilhabe (IMTT) der Hochschule Furtwangen, der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, der Hochschule Zittau/Görlitz und „wir pflegen – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger e.V.“ bearbeitet.

Dem IMTT der Hochschule Furtwangen kommt dabei eine Doppelrolle zu. Einerseits ist es als Projektpartner am Begleitprojekt PiTiPS beteiligt, gleichzeitig ist das IMTT aber auch Konsortialpartner im Verbundprojekt KoordinAID unter der Leitung des Bayrischen Zentrums für Pflege Digital (BZPD) der Hochschule Kempten. Ziel des KoordinAID-Projektes ist die co-creative Entwicklung und Implementierung eines integrierten, soziotechnischen Versorgungsmodells für ländlich geprägte Regionen, welches die Zusammenarbeit von pflegenden Angehörigen und Sorgegemeinschaften unterstützt, besser koordiniert und dadurch zur Entlastung beiträgt. Das Vorhaben wird für die Modellregion Kinzigtal im Schwarzwald umgesetzt.

Um Ansätze und Methoden zur Partizipation von informell Pflegenden und Sorgegemeinschaften an Technikinnovation systematisiert und förderpolitisch zu stärken, verfolgt das Begleitprojekt-Team daher eine duale Strategie: (1) Die Bereitstellung von technischen Infrastrukturen und wissenschaftlichem Wissen und (2) die Analyse von Partizipationsansätzen, um theoretische Modelle und Methoden weiterzuentwickeln und Handlungsempfehlungen abzuleiten. In zwei sogenannten „PartizipationsLabs“, also Laboren zur Durchführung von Partizipationsmethoden (wovon sich eines an der Hochschule Furtwangen befindet) werden partizipative Formate und Co-Design, digital und analog, erprobt und durchgeführt. Im Fokus steht dabei die aktive Zusammenarbeit zwischen informell Pflegenden und Sorgegemeinschaften sowie Expert:innen aus der Forschung. Zudem dient ein digitaler „PartizipationsHub“ als Plattform, um gemeinsame Lernprozesse zu initiieren und abzubilden. Ergänzt wird der Beratungs- und Unterstützungsprozess durch gemeinsame Forschungswerkstätten mit den Verbundprojekten aus dem gesamten deutschen Bundesgebiet.


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